So erschweren Hersteller den Diebstahl von Autoradios

Diebstahl von Autoradio
Diebstahl von Autoradio

Die gute Nachricht zuerst: Autoradios werden in Deutschland immer weniger gestohlen. In den letzten Jahren ist laut diversen Statistiken ein deutlicher Rückgang der Diebstahlrate bei Autoradios in der Bundesrepublik zu verzeichnen. Betrachtet man den Zeitraum der letzten 15 Jahre, so sind diesbezügliche Diebstahldelikte um rund 50 % gesunken. Allerdings ist dies nur die eine Seite der Medaille, wie wir gleich sehen werden.

Schaut man sich an, über welche Audiosysteme Neuwagen heutzutage verfügen, so fällt auf, dass das klassische Autoradio bei den meisten Modellen ausgedient hat. Moderne Neuwagen verfügen über komplette Multimediasysteme, bei denen das Autoradio nur ein kleiner Teil des großen Ganzen darstellt. Es werden also nicht mehr die klassischen 1-DIN-Geräte verbaut, wie man sie von früher kennt, und wie sie besonders leicht zu entwenden waren. Hier ist auch der Grund zu finden, warum der Diebstahl von Autoradios formell zurückgegangen ist.

Diebe sind heute hochspezialisiert

Wird heutzutage ein sogenanntes „Autoradio“ gestohlen, so taucht dieses unter dem genannten Namen meist nicht mehr in den Diebstahlstatistiken auf. Der Grund: Kriminelle stehlen in der Regel komplette Multimedia-Einheiten von modernen Fahrzeugen. Es wird also nicht nur das Radio ausgebaut und entwendet, sondern eine komplette Einheit, die z. B. aus einem Navigationssystem und diversen anderen Komponenten besteht.

Diesbezüglich haben Autodiebe in den letzten Jahren enorm aufgerüstet. Sie verfügen über Werkzeuge und Kenntnisse, die denen eines ausgebildeten Kfz-Mechatronikers kaum nachstehen. Diebe können heutzutage in Sekunden Wegfahrsperren überwinden, die Fahrzeugelektronik manipulieren und vieles mehr – sehr zum Leidwesen der Autobesitzer.

Anhand dieser Ausführungen wird auch verständlich, warum Autodiebe heutzutage kaum noch daran interessiert sind, klassische Autoradios, wie sie in älteren Modellen sowie in besonders günstigen Neuwagen verbaut sind, zu entwenden. Diese Modelle spielen auf den Gebrauch- und Ersatzteilemarkt kaum noch eine Rolle und werden zudem im Handel immer billiger. Heutzutage ist es problemlos möglich, ein einfaches 1-DIN-Autoradio für unter 20 Euro zu erwerben. Ein Diebstahl lohnt sich somit kaum noch. Stattdessen haben es Diebe eher auf teure Multimedia-Komplettsysteme angesehen, die durchaus mehrere tausend Euro kosten können und sich auf dem Zweitmarkt schnell und leicht verkaufen lassen.

Die Autoindustrie rüstet zum Gegenangriff auf

In den letzten Jahren mussten diverse Autohersteller – allen voran Premium-Marken wie BMW, Audi und Mercedes – harte Kritik einstecken, besonders bezüglich der Sicherheit der eingebauten Komponenten im Multimedia-Bereich. So kam es beispielsweise in der Vergangenheit sehr häufig vor, dass bei BMW-Fahrzeugen komplette Multimedia-Einheiten sehr einfach und mit simplen Werkzeugen ausgebaut und entwendet werden konnten. Die Besitzer fanden ihren Wagen dann am Morgen nach dem Diebstahl mit zum großen Teil ausgeschlachtetem Innenraum vor. Bei jedem dieser Diebstähle entstand ein Versicherungsschaden  in Höhe von mehreren tausend Euro. Und so erging es nicht nur den BMW-Besitzern.

Um in Zukunft besser gegen Diebstahl geschützt zu sein, rüsten die Hersteller – aber auch die Autobesitzer – ihre Fahrzeuge immer weiter auf. Einige dieser Maßnahmen stellen wir im Folgenden vor:

Modellspezifische Systeme

Durch die Tatsache, dass Autohersteller mittlerweile für fast jedes Fahrzeugmodell spezifische HiFi- und Multimediasysteme entwickeln und einbauen, soll es Dieben schwerer gemacht werden, gestohlene Komponenten schnell und einfach auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Der potentielle Kundenkreis wird also bewusst verkleinert, so dass sich das gestohlene Radio nur noch an Besitzer des entsprechenden Fahrzeugtyps verkaufen lässt, nicht mehr modell- und sogar markenübergreifend.

Unterschiedliche, „verstreute“ Einbauorte

Ein Diebstahl, wie man ihn von früher kennt, ist bei modernen Multimediasystemen kaum noch möglich. Ein solches System besteht aus mehreren Komponenten, die zusammen gestohlen werden müssen, damit sich das Ganze im Anschluss verkaufen lässt. So wird beispielsweise die Recheneinheit getrennt vom Display und von anderen Komponenten des Systems im Fahrzeug verbaut, um es Dieben möglichst schwer zu machen, alle Komponenten in kürzester Zeit auszubauen und zu entwenden. Falls dies doch passiert, fällt der Schaden allerdings deutlich größer aus als früher.

Versteckte Kennzeichnungen der Geräte

Hersteller versehen Autoradios und Multimedia-Einheiten heute oft mit versteckten Kennzeichnungen. Im Falle eines Diebstahls lässt sich somit relativ gut nachvollziehen, wo und von welchem Modell das entsprechende Teil gestohlen wurde. Dies wiederum hilft der Polizei, die Aufklärungsrate solcher Straftaten zu erhöhen.

Dies sind nur drei Beispiele von Maßnahmen, die die Hersteller ergreifen, um Diebstähle von Autoradios und Multimedia-Komponenten zu erschweren. Doch auch der Besitzer selbst kann hier entsprechend aufrüsten. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, die verbauten Komponenten nachträglich durch Lasergravuren etc. zu kennzeichnen, um sie beim Auffinden nach einem Diebstahl eindeutig dem betreffenden Fahrzeug zuordnen zu können. Solche Maßnahmen sind nicht ganz billig, zahlen sich aber im Ernstfall häufig aus.

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